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Saucony Fastwitch 9 vs. Asics Gel Noosa TRI 12

  • 22.06.2020

Auch ich habe in der Vergangenheit mehrfach auf beide Modelle zurückgegriffen, wobei ich zugeben muss, dass der Noosa -in den alten Versionen- für mich eher ein „Trainingsschuh“ war, wohingegen der Fastwitch von mir fast ausschließlich für Wettkämpfe, Intervalltrainings, sowie Tempoläufe an die Füße geschnürt wurde.

Wie die beiden im Direktvergleich abschneiden, soll der folgende Testbericht zeigen. Shop4runners hat mir beide Modelle zur Verfügung gestellt, so dass ich selbige unabhängig von etwaigen Herstellerinteressen testen konnte.

beide Schuhe

OPTIK und VERARBEITUNG: 

Sowohl der Fastwitch als auch der Noosa sind sehr gut verarbeitet. Alle Nähte sind sauber ausgeführt. Es sind keine Klebereste sichtbar. Beide wirken sehr hochwertig.

Zusätzlich kommen beide Modelle in sehr knalligen und attraktiven Farbvarianten daher: Der Fastwitch erscheint mit seinem neon-gelb & -grün sehr auffällig, wobei auch der Noosa mit seinem Rot-/ Orangetönen optisch als echter Hingucker positiv „ins Auge fällt“. Beide Modelle gibt es jedoch auch noch in anderen, beim Noosa kräftigen, beim Fastwitch eher schlichteren Farbvarianten. Auch die Frauenmodelle sind optisch gelungen, wobei Asics noch einmal eine Farbvariante, die sich von dem Herren-Modell unterscheidet zur Verfügung stellt.

Optik

TECHNISCHE DATEN:

Der Fastwitch 9 baut auf einem sehr schmalen und flachen „Race-Leisten“, seine Sprengung beträgt lediglich 4 mm bei einer „Bauhöhe“ von 14 zu 18mm (vorne und hinten). Herzstück ist dabei die superleichte EVA-Zwischensohle (SSL-EVA). Die Außensohle ist wie gehabt mit den bewährten PWRTRAC-Elementen verstärkt.

Das Besondere am Fastwitch war und ist auch aktuell, dass er als einer der wenigen wirklichen Race-Schuhe mit einer leichten Pronationsstütze auf der Innenseite der Mittelsohle daherkommt. Somit eignet er sich auch für Läufer mit entsprechendem Abrollverhalten. Das Gewicht beträgt in Schuhgröße US 12,5 sensationelle 212 g.

Dies ist extrem niedrig und zeigt schon, wohin die Reise gehen soll: RACE !

Technische Daten

Der Asics Noosa bringt einige Gramm mehr auf die Waage, ist mit seinen 291 g in US12,5 jedoch auch noch als durchaus leichtgewichtig zu bezeichnen.

Seine Sprengung beträgt 8 mm, die Bauhöhe 15 zu 23mm. Dies zeigt schon, dass der Noosa etwas mehr “Substanz“ und Dämpfung als der Fastwitch in die Waagschale werfen kann: 

Alle Ausstattungsdetails sind gute, „alte“ Bekannte aus dem Asics-Sortiment. Auch der Noosa ist auf eher schmalen Leisten gebaut, die jedoch ein klein wenig breiter bauen als die des Fastwitch.

optik 2

Auffallend ist, dass es einen relativ signifikanten Größenunterschied zwischen beiden Modellen gibt:

Beide Vorgängermodelle passten mir in US 12,5 fast perfekt. Mittlerweile ist es so, dass der Fastwitch etwas schmaler und kürzer geschnitten ist, so, dass ich bei diesem in Zukunft „eine halbe Nummer aufschlagen“ würde.

Der Noosa hingegen passt wie alle Modelle in der Vergangenheit in US12,5 wie angegossen.

Besonderheiten:

Der Fastwitch wie auch der Noosa werden jeweils mit Ersatz-Schnürsenkeln ausgeliefert.

Gut gelöst beim Noosa ist jedoch, dass dieser mit Triathlon-Laces ausgestattet ist. Diese gleichen den Xetenex-Laces, welche durch entsprechende Knoten ihre Schnür-Position behalten und sehr gut zu justieren sind.

Gibt man Spannung auf die Laces, so werden diese Knötchen “kleiner gezogen“ und lassen sich dann auch durch die engen Schnürsenkel-Löcher führen.

Beide Modelle bieten eine an der Ferse außen angenähte Einstiegshilfe.

Der Noosa erleichtert den Einstieg jedoch zusätzlich auch durch eine Zuglasche in der Zunge. Er dürfte somit im Wettkampfgeschehen etwas leichter anzuziehen sein als der Saucony.

Letzterer Bedarf auch des Kaufs von wettkampfspezifischen Triathlon-Laces, um ihn “TRI-ready“ zu machen.

ATMUNGSAKTIVITÄT:

Sowohl der Fastwitch als auch der Noosa haben eine sehr hohe Atmungsaktivität und sind deswegen insbesondere auch für (Triathlon-) Wettkämpfe und Races während der heißen Sommer-Monate sehr gut geeignet.

Beim Asics zeigt sich, dass die sehr offenporige Mesh-Struktur/Upper besonders viel Luft zirkulieren lässt, was zu einem sehr angenehmen Fuß-Klima führt.

Ebenso fließt das Wasser relativ gut seitlich ab. Drainageöffnungen bietet der Noosa allerdings nicht.

Auch der Saucony ist sehr atmungsaktiv. Die Mesh-Struktur ist feinporig und dünner als beim Asics, daher zirkuliert die Luft auch bei ihm sehr gut. 

Auch beim Fastwitch sind - anders als bei Vorgängermodellen - keine Drainageöffnungen mehr verbaut. Diese haben sich jedoch in der Vergangenheit oft als „Steinchen-Fänger“ erwiesen, so dass der Laufkomfort mitunter etwas gelitten hat. 

Auf der anderen Seite reicht es in aller Regel aus, auf dünne, nicht so stark wasseraufsaugende Socken zurückzugreifen, oder eben barfuß zu laufen, so dass auch größere Mengen Wassers, die beim Kühlen an den Verpflegungsstellen über den Körper geschüttet werden, nicht dazu beitragen, dass die Füße übermäßig lange nass bleiben.

Anmerkung:

Da beide Modelle im Innenschuh sehr glatt und weich (genug) ausgeführt sind, eignen sich diese auch für das Barfuß-Laufen in Triathlons bis zur Olympischen Distanz.

Man sollte dies aber vorher ein paar Mal testen, damit sich der Fuß daran gewöhnt und man individuelle Druckstellen lokalisieren kann.

Atmungsaktivität

DÄMPFUNG:

Der Saucony Fastwitch ist aufgrund seiner sehr dünnen Mittelsohle ein nur gering gedämpfter Race-Schuh. Dies ist jedoch auch nicht anders zu erwarten, zumal er mit seinem sensationell geringen Gewicht geradezu nach Tempo schreit.

Man merkt ihm an, dass er umso „besser und angenehmer“ dämpft, je höher das Lauf-Tempo ist.

Erst ab einer Pace von deutlich unter 5 Minuten wird das Laufen im Fastwitch schön “rund“ und sogar fast “fluffig“ (abhängig vom Laufstil!).

Mit der einhergehenden Verkürzung der Bodenkontaktzeiten bei nochmals gesteigertem Tempo fühlt er sich nochmals besser an. Mein Tipp: Je schneller je besser!

Man kann den Fastwitch zwar auch als Fersenläufer laufen, jedoch empfehle ich, diesen Schuh ausdrücklich eher für Mittel- und Vorfußläufer.

Der Asics Noosa TRI hat eine etwas “stärkere“ Dämpfung als der Fastwitch, jedoch ist diese auch nicht vergleichbar mit hoch gedämpften Lighweight-Trainern. Auch er fühlt sich bei höherem Tempo wohler, fällt jedoch nicht ganz so stark wie der Fastwitch bei niedrigerem Tempo ab.

Der Noosa kann auch über die Ferse (Gel-Dämpfungs-Element im Rückfußbereich) gelaufen werden und eignet sich daher mMn eher für Mittel- und vor Fußläufer.

 Dämpfung

LAUFDYNAMIK & STABILITÄT:

Der Fastwitch sollte zügig bist schnell bewegt werden.

Besonders für „gazellenartige„leichtere Läufer“ bietet er einen ausreichenden Komfort bei ordentlicher Stabilität und ermöglicht einen Einsatz bis hin zur Halbmarathon Distanz.

Für entsprechend geübte leichte und schnelle Läufer (Vor- und Mittelfuß) kann er eventuell auch auf der Marathon-Distanz geeignet sein.

Durch die relativ dünne Mittelsole hat man einen sehr guten Bodenkontakt und ein dynamisches Abdrücken, bei gutem Fersenhalt.

Dieses ist natürlich nicht vergleichbar mit den aktuell modernen Carbon-Racern à la Vaporfly und Co. Die Carbon-Schuhe haben in der Regel eine sehr dicke Mittelsohle inklusive Carbonfaserplatte verbaut und katapultieren den Läufer quasi in Laufrichtung. Doch machen auch gering gedämpfte Schuhe wie der Fastwitch eine Menge Spaß. 

Der Asics Noosa bietet durch das reaktionsschnelle Flytefoam-Material ebenfalls ein schönes, dynamisches Abrollen.

Insbesondere bei höherem Tempo wird dieser Schuh vom Laufgefühl her sehr schön “rund“. Durch den etwas breiteren Leisten und die gute Passform hat er eine gute Stabilität. Auch der Fersenhalt ist gut.

Das etwas höhere Gewicht im Vergleich zum Saucony macht sich nicht wirklich negativ bemerkbar. So bietet die Mittelsohlen- Konstruktion des Asics etwas mehr Komfort, so dass ich diesen Schuh auf jeden Fall auch bis zur Halbmarathon-Distanz und auch für einigermaßen geübte, leichtfüßige Läufer bis zum Marathon-Distanz empfehlen kann.

Laufdynamik

HALTBARKEIT:

Da ich lediglich circa 50-70 km mit jedem Schuh gelaufen bin, kann ich natürlich noch nichts Konkretes zur Haltbarkeit dieser beiden Schuhe sagen.  

Aufgrund meiner vergangenen Erfahrungen mit den Vorgängermodellen beider Hersteller möchte ich jedoch anmerken, dass der Saucony Fastwitch insbesondere von der Mittelsohlen-Konstruktion in der Vergangenheit in seiner Laufleistung doch etwas limitiert war.

Setzt man selbigen jedoch vorwiegend für Wettkämpfe und Intervall-Trainings sein, sammeln sich die Kilometer nur langsam und der Schuh kann Läufer durchaus über eine oder zwei Lauf-Saisons begleiten.

Asics ist grundsätzlich dafür bekannt, dass die Schuhe relativ „langlebig“ sind und relativ hohe Laufleistungen ermöglichen.

Der Race-Vorgänger des Tri Noosa, der Hyper TRI, war ein noch mehr leicht gewichteter Triathlon-Race-Schuh (unter 200g in US12,5!), der auch in seiner Laufleistung begrenzt war. Der „alte Noosa“ war hingegen ein echter Kilometerfresser, aber auch deutlich schwerer (gut 340 g in US 12,5).

Auch für den „neuen Noosa“ würde ich vermuten, dass er aufgrund des reduzierten Gewichts, welches insbesondere mit einer dünneren Mittel-Sohle einhergeht, von seiner Laufleistung nicht vergleichbar zu sonstigen Trainingsschuhen von Asics sein wird.

Jedoch dürfte er ein paar (hundert) Kilometer mehr schaffen als der Fastwitch.

GRIP:

Sowohl der Fastwitch als auch der Noosa haben eine Außen-Sohle mit durchgehender, skelettierter Gummierung.

Naturgemäß sind beide Schuhe eher für Asphalt und flache, gut befestigte Waldwege geeignet. Ihre Sohle vermag auch auf trockenen Waldwegen einen guten Grip zu erzeugen.

Ebenso bieten diese sehr guten Grip auf Asphalt. Bei Nässe bin ich bei beiden Schuhen tendenziell vorsichtig, enge Kurven im Höchsttempo zu laufen.

Grip

ALTERNATIVEN:

Saucony hat neben dem Fastwitch auch noch an einige andere “heiße Eisen“ im Feuer.

Insbesondere die A-Serie ist hierbei zu nennen. Der A9 ist gewichtsmäßig noch einmal deutlich reduziert und dynamischer. Er sollte jedoch nur von Spezialisten gelaufen werden. 

Neben dem Fastwitch kann man durchaus auch den Kinvara als leichten TRAINER/Racer in Betracht ziehen:

Hier der LINK zu den Saucony-Modellen im Shop:

https://www.shop4runners.com/schuhe/saucony-type_a-fastwitch-kinvara.html

Der Asics Tri Noosa 12 ist nahezu baugleich zum aktuellen Asics DS Trainer 25. Lediglich das Obermaterial weicht deutlich ab. Ebenso bietet der Trainer mit einer DuoMax-Sohle eine leichte Pronationsstütze. Ansonsten sind beide Schuhe bis auf die Farbe “identisch“.

Hinweis: Entgegen den Angaben einiger WebShops hat der Noosa keine Duomax-Mittelsohle
(auch auf der Asics Website und auf dem Schuh selbst sind keine Angaben hierüber vermerkt), welche einer Überpronation entgegen wirkt. Dennoch bietet der Noosa leichten Pronierern meiner Meinung nach auch genug Stabilität. 

Neben dem Trainer kann man jedoch auch noch einen Blick auf die Tartherzeal-Modelle werfen, wenn es noch schneller sein soll.

Hier der Link in den Shop zu den entsprechenden Asics-Modellen:

https://www.shop4runners.com/schuhe/asics-gel_ds_trainer-tartherzeal-gel_noosa-gel_noosa_tri.html

 

FAZIT:

Sowohl Asics als auch Saucony bieten für Läufer und insbesondere Triathleten zwei sehr farbenfrohe und auch optisch gelungene Wettkampf-Modelle an.

Während der Fastwitch als reiner Raceschuh eher für kürzere Distanzen geeignet ist und erst bei hohem Tempo seine Dämpfung und eine tolle Laufdynamik an den Tag zu legen vermag, gelingt dies dem Noosa auch bei einem mittelhohem Lauftempo.

Beide bieten eine reduzierte aber dennoch und insbesondere bei höherem Tempo völlig ausreichende Dämpfung, die jedoch nicht mit den höher gedämpften Training-Schuhen beider Hersteller zu vergleichen ist.

Das Obermaterial ist auch innen glatt (genug), so dass man beide Schuhe barfuß laufen kann. Der Asics ist aufgrund der “grobporigeren“ Mesh-Struktur jedoch etwas luftiger.

Durch die mitgelieferten Gummi-Laces ist der Noosa quasi “out of the box“, wohingegen man für den Fastwitch beim Triathlon-Einsatz noch Laces nachkaufen muss.

Die Haltbarkeit beider Schuhe erscheint mir dem Einsatzgebiet entsprechend angemessen, ist jedoch nicht vergleichbar mit der Kilometerzahl von „reinen Trainingsschuhen“.

Durch die leichte Stütze bietet sich der Saucony auch für Pronierer mit Wettkampfambitionen an. Der Noosa ist durch seine etwas breitere Bauform und Stabilität ebenfalls für (leichte) Pronierer geeignet.

Beide Modelle liefern sich somit ein Rennen „Kopf an Kopf“: 

Wer es dynamischer und flacher (4mm Sprengung) mag, wählt den Saucony Fastwitch 9, wer es etwas mehr gedämpft und haltbarer mag und eine Sprengung von 8 mm bevorzugt, greift zum Asics Noosa TRI 12.

Beide Schuhe kann ich wärmstens empfehlen und das nicht nur aufgrund der „geilen Optik“! 

Auch die tatsächlich niedrigeren Marktpreise machen beide Modelle gegenüber den teuren „Carbon Racern“ zusätzlich attraktiv.

Fotos: privat

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